Performanzen & Praktiken. Kollaborative Formate in Wissenschaft und Kunst

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
Johann Gottfried Herder-Forschungsrat
Dresden
7.7.2022-8.7.2022

Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit werden jenseits der klassischen Vortrags- und Schriftform längst in vielfältigen kreativen Formaten vermittelt. Zugleich bedienen sich künstlerische Formate mitunter Herangehensweisen und Setzungen von wissenschaftlichen Methodiken. Diese Ansätze bedingen unterschiedliche Settings in Bezug auf Erkenntnisgewinn und Vermittlung Interaktionen, sinnliche Wahrnehmungen, das Ausloten von Möglichkeitsräumen sowie die Berücksichtigung unterschiedlicher institutioneller Strukturen, (Wissens-)Hierarchien und Regelsysteme. Die unterschiedlichen Logiken und (ungeschriebenen) Regeln der jeweiligen Kooperationspartner:innen erfordern Übersetzungen – sowohl auf inhaltlicher als auch auf organisatorischer Ebene und im Vermittlungsprozess. Diese Transferleistungen haben erheblichen Einfluss auf das Produkt von Kollaborationen und sollten infolgedessen methodisch sowie konzeptionell reflektiert werden.

Die Tagung möchte das spannungsreiche Feld wissenschaftlich-künstlerischer Kollaborationen ausloten und dazu beitragen, Perspektiven und Problemlagen, also das produktive Potenzial von neuen Formen der Wissensgenerierung aufzuzeigen.

Dresden: Villa Wigman

Programm

7. Juli 2022

09:30 Uhr
Begrüßung
Katja Erfurth (Villa Wigman für TANZ e. V.)
Andreas Rutz (Direktor des ISGV)
Katharina Schuchardt / Ira Spieker (ISGV)

KOLLABORATION

10:00–10:45
Ute Holfelder (Klagenfurt): Kollaborationen im Spannungsfeld von Ethnografie und Kunst

10:45–11:30
Simon Graf (Zürich): Spannung im Feld. Ein Zwischenbericht zum Miteinander einer künstlerisch-ethnografischen Kollaboration

11:30–12:15
Theresa Jacobs (Bautzen): Herausforderungen und Chancen kollaborativen Arbeitens in Minderheitenkontexten am Beispiel des Sorbischen/Wendischen

12:15
Mittagsimbiss

WISSEN

13:45–14:30
Anne Dippel / Hanna Kanz / Stephanie Schmidt (Jena / Freiburg / Innsbruck): Das KULT – Anthropology in Action. Werkstattbericht des KULA Games Kollektivs zur kollaborativen Wissensvermittlung

14:30–15:15
Lisa Voigt / Ellen Maria Wagner (Frankfurt/Main): Forschendes Kuratieren im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt

15:15
Kaffeepause

TRANSFER

15:30–16:15
Alexa Färber / Milena Bister / Herbert Justnik / Alexander Martos (Wien): Das Preenactment als ko-laborative Methodologie

16:15–17:00
Michael J. Greger (Salzburg): „Ich bin sozusagen das Dazwischen“. Die Performanzen des Bodo Hell. Ein jahrzehntelanger künstlerisch-kultur-anthropologischer Erkundungs- und Transformationsgang

17:00–17:45
Tyyne Claudia Pollmann (Berlin): Polyphone Perspektiven. Künstlerische Forschung in Psychiatrie und Lehre: Kollaborationen, Kollisionen und Konzepte

Imbiss

18:30
Veronika Kyrianová und Richard Němec für GOGLMOGL produktion, z. s. (Bohatice): „Wir sind halt Kunstbauer“ – Formen der künstlerischen Montage von wissenschaftlich-dokumentarischem Material in der Performance „Kontaktzone“

8. Juli 2022

FORMATE

09:00–9:45
Katharina Schuchardt / Ira Spieker (Dresden): „Zóna kontaktu//Kontaktzonen“. Wissenschaftlich-künstlerische Zusammenarbeit zwischen Kreativität und Konflikt.

09:45–10:30
Luisa Hochrein / Isabella Kölz / Lena Schweizer (Würzburg): StadtTagebücher Würzburg. Einblicke in eine design-anthropologische Kollaboration

Kaffeepause & Führung durch die Villa Wigman

11:30–12:15
Tatjana Hoffmann (Zürich): Ethnographie als intermediale Zusammenarbeit. Das SNF-Projekt “Behind Potemkin‘s Villages Crimea Between Art and Crisis”

12:15–13:00
Inga Reimers (Hamburg): Räume schaffen für Kollaborationen. Zum Forschen in und mit Settings zwischen Ethnographie, Kunst und Gesellschaft

13:00–13:15
Abschluss

Anmeldung:

Bitte bis zum 4. Juli 2022 unter: https://www.isgv.de/performanzen